Biologie der Flechten

Kurzinfo:

Die Flechten werden den Pilzen zugeordnet.

Eine Flechte ist eine Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und einer Alge.

Der Pilz bildet dabei das Grundgerüst.

Die Alge liefert aufgrund ihrer Fähigkeit zur Fotosynthese die Lebensenergie.

Gemeinsam sind Pilz und Alge ein funktionierendes Team, eine Symbiose wie der Anemonenfisch "Nemo" mit seiner Anemone.

Sie ergänzen sich gegenseitig und entwickeln enorm viele verschiedene Wirkstoffe zum eigenen Schutz.

Flechten zählen zu den langlebigsten Lebewesen auf der Erde und können mehrere hundert Jahre alt werden.

Die Flechten werden nach dem Pilz benannt.

Wissenschaft von den Flechten ist die Flechtenkunde oder Lichenologie.

Botanischer Name:

Die Flechten werden unter dem lateinischen Namen "Lichenen" geführt.

In Englisch heißen die Flechten auch "lichens" Aufbau: Die Alge ist zur Fotosynthese fähig.

Der Pilz sorgt für sicheren Halt an Oberflächen.

Bau einer Blattflechte (Querschnitt) (Quelle: Kirschbaum und Wirth, 1995)

Eins mögen Flechten nicht: Luftverschmutzung. Ist die Luft schmutzig, sterben sie ab oder wachsen erst gar nicht.

Wo es also Flechten gibt, ist die Luft noch (relativ) "sauber"!

Vorkommen:

Flechten kann man auf der ganzen Welt vorfinden.

Weltweit gibt es rund 25.000 Flechtenarten.

Gehäuft in Gegenden mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Es gibt Flechten welche Temperaturen von -47 Grad Celsius bis +80 Grad Celsius überstehen können.

Flechten können an Baumrinde, Gesteine, verschiedene Böden, verrostetes Metall, Malerfarbe, Kunststoffe oder sogar an viel befahrenen Straßen wachsen.

Stoffwechsel:

Flechten haben keine großen Stoffwechselansprüche. Flechten benötigen nur geringe Mengen an Mineralstoffen. Diese beziehen sie aus Staub, welcher über die Luft angeweht wird, oder Nährstoffen, die im Regenwasser enthalten sind oder aus dem Untergrund gelöst werden.

Flechtenstoffe:

Es sind über 600 verschiedene Stoffe in bzw. von Flechten bekannt.

Vermehrung:

Die Fortpflanzung der Flechten erfolgt generativ nur über die Pilze.

Die Fortpflanzung der Algen ist dabei unterdrückt.

Der "Thallus" bildet Fruchtkörper, welche Sporen bilden.

Diese können sich ausbreiten und keime.

Müssen dabei aber wieder auf den geeigneten Algen-Partner treffen, damit sich eine neue Flechte bilden kann.